• „Ich mag, wenn’s kracht – Jürgen Klopp, die Biografie“ – Honigstein, Raphael

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Rosenmontag 2001 – Die nur sechs erspielten Punkten in knapp vier Monaten sorgten dafür das Mainz 05 ohne Trainer auf einem der Abstiegsränge stand. In dieser Situation kommt Manager Christian Heidel die Idee. Benötigt wurde jemand aus den eigenen Reihen, jemand der den Verein, die Mannschaft und die Leute kennt, jemand mit Motivationstalent und Führungsqualitäten. Also fragte er den damals noch als Verteidiger spielenden Jürgen Klopp, ob er sich diesen Job zutraue. Dessen Reaktion war typisch für das, was Fußballdeutschland und die Welt in den nächsten 17 Jahren seiner bisherigen Trainerlaufbahn kennen lernen sollte; ohne auch nur zu zögern sagte er „Geile Idee, das machen wir“ und „Klar, mach ich.“

Und nach zwei Vereinswechseln, zwei deutschen Meisterschaften, dem Gewinn des DFB-Pokal steht Jürgen Klopp am Samstag zum zweiten Mal im Finale der Champions League. Passend dazu wollen wir euch Klopps Biografie „Ich mag, wenn’s kracht“  von Raphael Honigstein an’s Herz legen.

Egal ob es Anekdoten zu Klopp’s prägender Jugend sind und den familiären Rückhalt der ihn gestärkt hat (zum Beispiel als die Eltern regelmäßig vor sechs Uhr morgens aufstanden um ihn rechtzeitig zu Spielen zu fahren), Interviews mit seinen Spielern, die seinen Spielstil und die dazugehörige Philosophie vollkommen verinnerlichen wie zum Beispiel Adam Lallana bestätigte: „Es ist mental sehr anstrengend, aber wenn die anderen alle mitziehen ist es einfach. Du genießt es, den Schmerz zu spüren, weil alle es machen. Du willst für deinen Kollegen weitermachen. Er leidet, und du leidest, aber das ist in Ordnung. So gefällt es dem Trainer, so ist er selbst. Manchmal bejubelt er Tacklings wie Tore. Weil er weiß, dass es weh tut.“ Oder ob es Freunde sind, die ihn für seine Menschlichkeit loben wie es Fernsehreporter Martin Quast tut, der davon erzählt wie Klopp ganze Vereine umkrempelt und die komplette Stimmung verändert, indem er „…seinen Style da reinbringt dieses völlig Offene.“ Quast vergleicht es mit einem Mehrparteienhaus in dem Klopp in Mainz noch gewohnt hat. „Im ganzen Haus waren immer die Türen auf, zu den verschiedenen Wohnungen. Ein guter Freund von mir, der über ihm gewohnt hat, kam morgens immer zum Frühstück runter. Er hat einfach gern Menschen um sich.“ Aber auch Freundschaften wie die mit Hans-Joachim Watzke, die ruhen mussten als Klopp mit Liverpool gegen Dortmund antreten musste, und das Verhältnis danach einige Monate angespannt war.

Raphael Honigstein hat ein wunderbares Werk zusammengestellt, dass einem sowohl einen Einblick in die Professionalität und die Arbeitsmoral von Jürgen Klopp bietet, als auch die menschliche und persönliche Seite von ihm zeigt. Wer also vor dem Finale noch ein bisschen mehr über Klopp erfahren möchte oder einfach generell an Fußball interessiert ist, und sich über eine in jedem Falle große Persönlichkeit und die Taktikfeinheiten für das berühmte „Klopp’sche Gegenpressing“ und seinen Ursprung informieren möchte kann mit diesem Buch nichts falsch machen.

Eine Empfehlung von David Sulman.

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