• „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ – Duve, Karen

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Dieser Titel wurde bei den Herbstfavoriten 2018 vorgestellt

Herrje, was für Verhältnisse. Das Leben einer heranwachsenden 20jährigen Adeligen zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist schon schwierig und verzwickt. Sie soll nicht nur gut stricken und sticken können, sie muß auch fromm, sittsam (also keine Flirts) und vor allem Männern gegenüber den Mund halten können – also in allen wesentlichen Dingen zurückstecken. Denn dann, und nur dann wird ein Standesgemäßer Mann auf sie aufmerksam und – vielleicht – um ihre Hand anhalten. All diese Tugenden fallen Annette (Nette) von Droste-Hülshoff extrem schwer. Sie ist eine aufgeweckte Person; an vielen Dingen – und vor allem an Poesie interessiert. Die Handlung spielt in dem soeben von Napoleon befreiten Münsterland, so um das Jahr 1820. Der von Napoleon losgetretene „teutsche“ Nationalsmus beginnt sich mit allen negativen „Begleiterscheinungen“ zu regen, die Romantiker treten auf den Plan. Die Familie derer von Droste-Hülshoff mittendrin: wir begegnen Geistesgrößen wie den Gebrüder Grimm, Schlegel, Wigand, Goethe, Turnvater Jahn, Heinrich Heine und, und…Annettes Poesie wird von den meisten dieser (männlichen) Heroen als „Geschmiere“, daß Produkt einer hoffnungslos überdrehten Psyche, und dem begrenzten Horizont einer jungen Frau angesehen, der „man am ehesten mit Aderlaß beikommen sollte“. Nur wenige Zeitgenossen – und erst recht keine weiblichen – erkennen das Potential, daß in dieser Person steckt. Wer Spaß hat an Geschichte und deren kulturellen Zusammenspiel, wird dieses Buch lieben.

 

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Eine Empfehlung Hans-Günter Draht

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